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„Analysen zur Prädiktion des Ansprechens auf eine direkt antivirale Therapie bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C Virusinfektion“

Projektleiterin: Dr. Simone Susser

Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Medizinische Klinik 1

Bei einer Infektion mit dem Hepatitis C Virus (HCV) kommt es in ~80% der Fälle zu einem chronischen Verlauf, welcher die Entwicklung einer Leberzirrhose und des hepatozellulären Karzinoms begünstigt. Die beiden HCV NS3 Protease-Inhibitoren Boceprevir (BCP) und Telaprevir (TPR) wurden kürzlich in Kombination mit pegyliertem Interferon-alpha (PEG-IFN) und Ribavirin zur Therapie von HCV Genotyp 1 Patienten zugelassen. Damit konnten die dauerhaften Ansprechraten bei der Ersttherapie von ~50% auf ~70% erhöht werden, bleiben jedoch bei vortherapierten Patienten mit 30-50% niedrig. Die Behandlung ist langwierig, kostenintensiv und oftmals mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Aus Patientensicht, sowie unter ökonomischen Gesichtspunkten wäre es absolut wünschenswert, individuell die optimale Therapieart und Therapiedauer anwenden zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine präzise Prädiktion des Therapieansprechens notwendig. Bei Patienten mit fehlender Viruseradikation ist die Triple-Therapie oft mit Resistenzentwicklungen verbunden, deren Folgen bisher nicht absehbar sind. Es befinden sich zahlreiche weitere Substanzen in der klinischen Forschung und durch die Möglichkeit mehrere direkt antivirale Substanzen zu kombinieren, wird es in der Zukunft Alternativen zur Behandlung mit PEG-IFN geben. Auch bei diesen kommenden Therapieoptionen ist die exakte Vorhersage des zu erwartenden Ansprechens von immenser Wichtigkeit. Für die richtige Wahl des Therapieregimes spielen neben viralen (HCV Geno- und Subtyp, die Viruslast und prä-existente Resistenzvarianten) auch wirts-assoziierte Faktoren eine wesentliche Rolle, wie z.B. Parameter zur Charakterisierung der endogenen Interferon-Sensitivität (IL28B/IFN-L4 Genotyp, Expression Interferon-stimulierter Gene u.a.).

Die Generierung und Auswertung all dieser Daten, im Rahmen dieses Projekts, soll helfen diese Parameter in einen funktionellen Zusammenhang zu bringen. Die somit gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt für die Indikationsstellung zur antiviralen Therapie, die Etablierung von weiteren prädiktiven Parametern, die Prognosebeurteilung und die Festlegung der Intervalle und notwendigen Untersuchungen zur Verlaufsbeobachtung genutzt werden. Vor allem auch im Hinblick auf zukünftig geplante Interferon-freie Therapien, welche mehrere direkt antivirale Substanzen gleichzeitig beinhalten werden, ist das genaue Verständnis für die Resistenzentwicklung im Patienten von enorm wichtiger Bedeutung.

Folgende Ziele sollen erreicht werden: Erhöhung des dauerhaften virologischen Ansprechens; durch Therapieverkürzung Nebenwirkungen minimieren; deutliche Kostensenkung durch Therapieverkürzungen und Vermeiden von Zweittherapien.

 

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